Startseite Einführung Operationen Sicherheit Ablauf Aerzte Kontakt
Spektrum
Erkrankungen
Narkosen
Vorteile
Gebärmutter mit Eierstöcken und Eileitern

Häufig auftretende Beschwerden und Befunde

- Blutungsstörungen und Endometriumablation
- Eileiterentzündungen
- Eileiterschwangerschaft
- Eingriffe an der Brust
- Endometriose
- Fehlgeburt (Abort)
- Myome
- Schmerzen im Bauchraum
- Ungewollte Kinderlosigkeit (Sterilität)
- Zysten


Blutungsstörungen und Endometriumablation
Bei Blutungsstörungen muss man zwischen Blutungen vor den Wechseljahren und Blutungen nach diesen unterscheiden. Zu starke oder zu häufige Periodenblutungen können unterschiedliche Ursachen haben. Wenn hormonelle Störungen zu Grunde liegen, so kann in vielen Fällen durch Gabe unterschiedlicher Medikamenten wieder eine Normalisierung erreicht werden. In jedem Falle sollte durch eine Ultraschalluntersuchung abgeklärt werden, ob eventuell organische Ursachen (Polypen, Myome) die Ursache der Blutungsstörungen sein könnten. Da in diesen Fällen Medikamente nur unzureichend helfen, sollte eine Gebärmutterspiegelung (Hysteroskopie) mit Ausschabung der Gebärmutter und gezielter Entfernung vorhandener Befunde durchgeführt werden.
Treten nach den Wechseljahren erneut Blutungen auf, so müssen diese in jedem Fall abgeklärt werden, da es sich hier um einen ersten Hinweis auf das Vorliegen einer bösartige Erkrankung der Gebärmutter handeln könnte.
Die mit Medikamenten nicht mehr zu behandelnden starken Periodenblutungen sind bis heute eine der häufigsten Gründe für die Entfernung der Gebärmutter. Seit einigen Jahren steht jedoch ein Verfahren zur Verfügung, welches in der Lage ist, einen erheblichen Teil der Gebärmutterentfernungen zu vermeiden: die Endometriumablation. Hierbei wird die Schicht, die die Schleimhaut in der Gebärmutterhöhle bildet, zerstört bzw. abgetragen. Hierbei kommen unterschiedliche Methoden (elektrischer Strom, Hitze, Laser) zum Einsatz. Der Eingriff erfolgt von der Scheide aus und dauert ca. 30 Minuten. Durch sorgfältige Indikationsstellung gelingt es bei 70-80% der Patientinnen die Blutung langfristig auf ein normales Maß zu reduzieren, bzw. eine Blutungsfreiheit zu erreichen. In vielen Fällen kann durch die "Endometriumablation" eine Entfernung der Gebärmutter vermieden werden. Die Methode kann jedoch nur angewandt werden, wenn kein Kinderwunsch mehr besteht.

Eileiterentzündungen
Unter bestimmten Bedingungen können Bakterien über die Scheide und die Gebärmutter aufsteigend eine Infektion der Eileiter (Salpingitis), in selteneren Fällen auch der Eierstöcke hervorrufen. Eine Eileiterentzündung äußert sich meist durch Schmerzen im Unterbauch, nicht selten in Kombination mit Fieber. Die Entzündung verläuft meist beidseitig. Es ist sehr wichtig, dass bei Verdacht auf eine Eileiterentzündung frühzeitig eine gynäkologische Untersuchung erfolgt, da die schnelle Gabe eines Antibiotikums in den meisten Fällen bleibende Schäden am Eileiter verhindern kann. Manchmal muß zur genauen Abklärung des Ausmaßes der Entzündung eine Bauchspiegelung erfolgen. Wird die Eileiterentzündung nicht ausreichend behandelt oder verläuft diese chronisch, kann dies zu einem vollständigen Verschluss beider Eileiter führen (siehe auch "Ungewollte Kinderlosigkeit").

Eileiterschwangerschaft
Der Eileiter hat unterschiedliche Funktionen: Zum einen transportiert er die Spermien von der Gebärmutter zum Eierstock, zum anderen legt er sich mit seinem "fingerähnlichen" Ende (Fimbrienende) auf das sprungbereite Eibläschen und fängt das Ei ein. Wenn es dann im Eileiter zu einer Befruchtung kommt, muss das befruchtete Ei innerhalb eines genau festgelegten Zeitraumes in die Gebärmutter zurück transportiert werden. Ist der Eileiter durch Entzündungen, Voroperationen o.ä. geschädigt, so kann er das befruchtete Ei nicht schnell genug transportieren, und es wächst in der Wand des Eileiters an. Da der Eileiter nur die Dicke eines Bleistiftes hat und sich nur sehr begrenzt ausdehnen kann, kann eine Schwangerschaft an dieser Stelle nicht ausgetragen werden. Entweder stirbt diese ab und wird vom Körper aufgenommen, oder es kommt zu einem Platzen des Eileiters mit mehr oder weniger starken Blutungen in den Bauchraum. Diese Ruptur führt fast immer zu stärkeren Schmerzen. Es ist also sehr wichtig, dass nach Ausbleiben der Regel der Frauenarzt durch eine Ultraschalluntersuchung abklärt, ob sich die Schwangerschaft in der Gebärmutter befindet oder ob Verdacht auf eine Eileiterschwangerschaft besteht. Nahezu alle Eileiterschwangerschaften können heutzutage durch eine Bauchspiegelung behandelt werden.

Eingriffe an der Brust
Für jede Patientin ist die Diagnose eines Knotens in der Brust ein schockierendes, oft mit starken Ängsten und Befürchtungen verbundenes Ereignis. Umso wichtiger ist es, rasch eine sichere Diagnose herbeizuführen. In vielen Fällen ist es dem erfahrenen Untersucher möglich, durch gezielte Punktion, Hochgeschwindigkeitsstanzbiopsie bzw. gezielte Entnahme von Gewebe schnell abzuklären, ob es sich um einen gutartigen Befund handelt, oder ob weitere Maßnahmen und Untersuchungen erforderlich sind. Ein Teil der Biopsien und Punktionen kann unter örtlicher Betäubung durchgeführt werden.

Endometriose
Endometriose ist ein weit verbreitetes Phänomen. Hierbei finden sich an unterschiedlichen Stellen im Unterbauch oft nur winzige, stecknadelkopfgroße Veränderungen, deren feingewebliche Struktur der Schleimhaut in der Gebärmutter (Endometrium) ähnelt. Die Ausdehnung der Endometrioseherde variiert erheblich. Bei ca. 20% aller Frauen kann während der Bauchspiegelung eine Endometriose nachgewiesen werden. Die meisten Patientinnen mit Endometriose werden problemlos schwanger und haben keine Beschwerden. In einigen Fällen kann die Endometriose jedoch zu ungewollter Kinderlosigkeit und zu Schmerzen führen.
Die Diagnose "Endometriose" sollte nur gestellt werden, wenn eine feingewebliche Untersuchung vorliegt. Dass heißt: Während einer Bauchspiegelung wird eine Gewebsprobe entnommen und zur Untersuchung weitergeleitet. Gleichzeitig wird versucht, sämtliche Endometrioseherde zu zerstören, endometriosebedingte Verwachsungen zu lösen und evtl. vorhandene Endometriosezysten im Eierstock zu entfernen ("Schokoladenzysten" wegen des oft eingedickten, schokoladenartigen Zysteninhaltes).
Ob auch eine medikamentöse Nachbehandlung erforderlich ist, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab und sollte mit dem behandelnden Arzt eingehend besprochen werden. Da alle medikamtösen Therapieansätze in den hormonellen Regelkreis der Frau eingreifen, kommt es z.T. zu nicht unerheblichen Nebenwirkungen (z.B. Wechseljahrsbeschwerden). Auch nach optimaler Behandlung ist bei ca. 50% der Patientinnen nach fünf Jahren erneut eine Endometriose nachweisbar. Nach den Wechseljahren verschwinden die Symptome meist von selbst.

Fehlgeburten (Aborte)
Fehlgeburten sind ein relativ häufiges Geschehen. Der menschliche Körper ist in der Lage, viel früher als die Medizintechnik Störungen der Schwangerschaft, wie zum Beispiel genetische Veränderungen, zu erkennen und diese durch das Abstoßen zu unterbinden. Diese meist frühen Aborte werden von der Patientin gar nicht als solche erkannt, da die dabei auftretende Blutung nicht selten als verspätete Periode gedeutet wird. Der behandelnde Arzt empfiehlt dann in einigen Fällen eine Ausschabung (Abortcurettage) um die Schwangerschaft aus der Gebärmutter zu entfernen. Wenn mehrmals hintereinander Fehlgeburten auftreten, so ist es neben anderen Untersuchungen sinnvoll, durch eine Spiegelung der Gebärmutter (Hysteroskopie) abzuklären, ob innerhalb der Gebärmutterhöhle Veränderungen vorliegen, die zu einem Abort führen können (Septen, Myome).

Myome
Bei mehr als 50 % aller Frauen lassen sich feingeweblich in der Gebärmutter Myome (feste Muskelknoten) nachweisen. Myome sind somit nicht von vornherein ein krankhafter Prozess. Ob ein Myom behandelt werden muß, hängt entscheidend von der Lage ab: in die Gebärmutterhöhle hineinragend (submukös), in der Wand gelegen (intramural) oder in den Bauchraum hineinwachsend (subserös), wobei sämtliche Mischformen existieren können. Myome, die in die Gebärmutterhöhle hineinragen, können Blutungsstörungen verursachen und evtl. eine Schwangerschaft verhindern. Diese sog. submukösen Myome können durch die Spiegelung der Gebärmutterhöhle erkannt und wenn nötig entfernt werden. Komplett in der Wand gelegene intramurale Myome benötigen in der Regel keine Therapie. Wächst das Myom in den Bauchraum hinein (subserös), kann es bei ausgeprägten Befunden zu Verdrängungserscheinungen und in seltenen Fällen zu einer schmerzhaften Stieldrehung kommen. Viele dieser subserösen Myome können, wenn nötig, durch Bauchspiegelung entfernt werden. Nochmals: Wenn beim behandelnden Gynäkologen durch Tastbefund oder Ultraschall ein Myom festgestellt wird, so heißt dies keinesfalls, dass das Myom auch entfernt werden muß. Die wenigsten Myome müssen operativ behandelt werden. Meist reicht es aus, das Größenwachstum zu kontrollieren. Eine bösartige Entartung der Myome ist glücklicherweise extrem selten.

Schmerzen im Bauchraum
Ein häufiger Grund für die Durchführung einer Bauchspiegelung ist die Abklärung von Schmerzen im Bauchraum. Die Ursachen für solche Schmerzen sind sehr unterschiedlich. Neben Entzündungen (z.B. Eileiter, Blinddarm etc.), Verwachsungen und Zysten spielt häufig auch die Endometriose (s.o.) eine Rolle. Bei Verwachsungen sind verschiedene Strukturen aneinander fixiert, die normalerweise beweglich und verschieblich nebeneinander liegen. Durch Zug und Spannung kann es in einigen dieser Fälle zu Schmerzen kommen, in seltenen Fällen mit Einklemmungen von z.B. Darmanteilen (Ileus). Verwachsungen können als Folge einer Entzündung oder nach Operationen auftreten.
Nicht immer kann die Ursache der Beschwerden durch eine Bauchspiegelung eindeutig geklärt und behoben werden. Oft hilft es der Patientin beim Umgang mit den Schmerzen jedoch zu wissen, dass mit großer Wahrscheinlichkeit keine gravierende oder gar bösartige Erkrankung vorliegt.

Ungewollte Kinderlosigkeit (Sterilität)
Wenn eine Patientin mit Kinderwunsch über einen Zeitraum von zwölf Monaten bei regelmäßigem, gezielten Verkehr nicht schwanger wird, so spricht man von Sterilität. Da fast ebensohäufig die Ursachen beim Partner liegen, sollte zunächst das Sperma des Mannes untersucht werden.
Gleichzeitig ist es sinnvoll, durch eine Bauchspiegelung abzuklären, ob nicht bei der Frau Faktoren vorliegen, die eine Schwangerschaft verhindern: Verwachsungen des Eileiters bzw. der Eierstöcke, hormonbedingte Störungen des Eierstocks (z.B. Polyzystische Ovarien), Endometriose etc.
Während des Eingriffes wird die Durchgängigkeit der Eileiter überprüft, indem man über die Scheide und Gebärmutter eine blau gefärbte Lösung spritzt (Chromopertubation), deren Austreten bei offenen Eileitern während der Bauchspiegelung beobachtet werden kann. Die Spiegelung der Gebärmutterhöhle sollte ebenfalls erfolgen, um störende Faktoren in der Gebärmutterhöhle auszuschließen.

Zysten
Zysten können an unterschiedlichen Stellen im Bauchraum auftreten, am häufigsten betreffen sie jedoch den Eierstock. Die Zysten liegen meist im Eierstock selbst. Sie bestehen aus einer dünnen Hülle, welche mit unterschiedlichen Flüssigkeiten gefüllt sein kann. Meist besteht der Zysteninhalt aus klarer, wasserartiger Flüssigkeit, gelegentlich aus Blut unterschiedlicher Konsistenz. In selteneren Fällen können innerhalb einer Zyste auch feste Anteile (Talg, Haare, Zähne) gefunden werden.
Zysten müssen operiert werden, wenn sie starke Schmerzen verursachen, wenn der Ultraschallbefund verdächtig ist, oder wenn die Patientin über 60 Jahre alt ist. In fast allen anderen Fällen reicht es aus, die Zyste mittels Ultraschall mindestens über drei Zyklen zu kontrollieren. Gerade bei jüngeren Patientinnen verschwinden die meisten Zysten von selbst. Unnötige Operationen können somit häufig vermieden werden. Vor den Wechseljahren ist die Gefahr von Bösartigkeit relativ gering. Mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit jedoch an.

Natürlich existiert das oft zitierte Risiko des "Platzens" (Ruptur) einer Zyste. Nur in wenigen Fällen kommt es hierbei jedoch zu einer stärkeren Blutung. Verglichen mit der Häufigkeit des Auftretens von Zysten ist sowohl die Ruptur als auch die Stieldrehung einer Zyste ein aüßerst seltenes Ereigniss.

Die meisten Zysten können, unabhängig von ihrer Größe, durch eine Bauchspiegelung behandelt werden. Während es bei bestimmten Zysten ausreicht, ein Stück aus der Wand herauszuschneiden ("Zystenfensterung", "Zystostomie"), muß die Wand anderer Zysten komplett entfernt werden ("Zystektomie").